Warschau
Zwischen Wiederaufbau, Weichsel und Wilanów
Vom Kulturpalast bis zur Sommerresidenz Wilanów, von Chopins Denkmal bis zum jüdischen Ghetto: Warschau erzählt seine Geschichte auf jedem Straßenzug – und wird am angenehmsten mit dem Fahrrad entlang der Weichsel erkundet.
Ankunft im Herzen der Stadt
Der Hauptbahnhof Warschaus liegt mitten im Zentrum, zur Unterkunft direkt gegenüber dem Kulturpalast sind es nur fünf Minuten zu Fuß.
Kulturpalast, Sächsischer Park und Altstadt
Vorbei am Kulturpalast, die Marszałkowska entlang, durch den Sächsischen Park zum Präsidentenpalast und weiter Richtung Altstadt. Nach einem Rundgang gibt es Pierogi zum Abendessen, bevor wir an der Weichsel entlangspazieren – die Uferpromenade ist voller Menschen, Kneipen und Bänke.
Łazienki-Park und Stadtteil Praga
Bei strahlendem Sonnenschein geht es von der E.-Plater-Straße nach Süden, vorbei am Hauptbahnhof zur Hala Koszyki, einer großen modernen Markthalle.
Chopin-Denkmal und Łazienki-Park
Über den Königsweg erreichen wir den Łazienki-Park mit dem Fryderyk-Chopin-Denkmal – dem einzigen Jugendstil-Denkmal Warschaus, gewidmet dem berühmtesten Sohn der Stadt (1810–1849). Der weitläufige Park stammt aus dem 17. Jahrhundert, seine Gebäude wurden nach dem Krieg wiederaufgebaut.
Mit dem Fahrrad an der Weichsel
An der Weichsel leihen wir uns Fahrräder und fahren am Ufer nach Norden bis zur Most Gdański, wechseln dort die Flussseite und radeln noch etwas weiter, bevor es zurück Richtung Praga geht.
Praga: vom Rotlichtviertel zum Kreativquartier
Der einzige Stadtteil, der im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört wurde – lange ein Viertel mit viel Kriminalität, hat sich Praga in den letzten Jahren zum Anlaufpunkt für Kreative und Künstler entwickelt. Alte Häuser stehen neben Neubauten, verfallene Gebäude neben frischen Sanierungen. Wir besuchen unter anderem die alte Vodka-Fabrik Koneser, heute Sitz eines Google Centers, umgeben von Designerläden, Cafés und Bars. Nach Kaffee und Eis kaufen wir Brot und Sekt, überqueren die Most Śląsko-Dąbrowski und picknicken am Weichselufer.
Ghetto-Gedenkstätten und Museum POLIN
Über die Aleja Jana Pawła II geht es Richtung des ehemaligen jüdischen Ghettos.
Willy Brandts Kniefall
Am Denkmal der Helden des Ghettos kniete Willy Brandt am 7. Dezember 1970 nieder, als Bitte um Vergebung für die deutschen Verbrechen – ein eigenes Denkmal erinnert heute an diese Geste. Etwas abseits liegt das Denkmal des Umschlagplatzes.
Museum POLIN
Der Besuch im architektonisch faszinierenden Museum zur Geschichte der polnischen Juden fällt leider ins Wasser – das Museum zeigt aktuell keine Ausstellungen. Bei einsetzendem Regen retten wir uns in eine Mall, bevor es weiter zum Warschauer Jüdischen Friedhof geht – mit 33 Hektar und über 200.000 Grabsteinen (angelegt 1806) der größte jüdische Friedhof Europas.
Zurück zur Altstadt
Vorbei am Gedenkobelisken und dem Denkmal des Warschauer Aufstands geht es im Regen zurück Richtung Altstadt und zur Wohnung – unterwegs entdecken wir noch das Denkmal von Marie Skłodowska-Curie (1867–1934).
Auf den Kulturpalast und zum Nationalstadion
Trotz Regenprognose beginnt der Tag mit einem Besuch des Palasts der Kultur und Wissenschaften (Pałac Kultury i Nauki), 1952–1955 als Geschenk Stalins im Stil des sozialistischen Klassizismus erbaut. Mit dem Aufzug geht es in den 30. Stock – eine grandiose Aussicht über ganz Warschau.
Altstadt im Sonnenschein
Auf dem Weg Richtung Altstadt kommt die Sonne heraus; bei einem Eis bewundern wir die Altstadt innerhalb der historischen Stadtmauer.
Über die Weichsel zum Nationalstadion
An der Weichsel ist der Himmel inzwischen strahlend blau. Über die Most Księcia Józefa Poniatowskiego erreichen wir das Warschauer Nationalstadion, bevor der Weg durch den Park weiter nach Soho in Praga führt und wir mit der Metro zurück zur Wohnung fahren.
Radtour zur Sommerresidenz Wilanów
Bei bestem Sonnenwetter geht es zunächst noch einmal auf die Aussichtsplattform des Kulturpalasts, diesmal deutlich belebter.
Schloss Wilanów – das „polnische Versailles"
Mit dem Fahrrad radeln wir rund 10 Kilometer nach Süden zur Sommerresidenz Wilanów. König Jan III. Sobieski ließ das barocke Schloss mit seinen weitläufigen Parkanlagen errichten – ein echtes Meisterwerk. Zurück Richtung Altstadt gibt es ein letztes Mal Pierogi und Bier, bevor wir über die Weichsel zurückspazieren. Der Abend klingt in der Panorama Bar aus.