Nordholland

Zwischen Dünen und Käsemarkt

Zwischen den großen Städten liegt der eigentliche landschaftliche Kontrast dieser Reise: endlose Dünenlandschaften, weidende Wisente, ein jahrhundertealter Käsemarkt und die größte Schleusenanlage der Welt — alles innerhalb einer kurzen Zug- oder Fahrradfahrt von Haarlem entfernt.

Nationalpark Zuid-Kennemerland

Nationalpark Zuid-Kennemerland

Der Nationalpark Zuid-Kennemerland ist eines der größten zusammenhängenden Dünengebiete der Niederlande, geprägt von Wanderdünen, kleinen Süßwasserseen und einem bedeutenden Vogelschutzgebiet. Zur Erhaltung der offenen Dünenlandschaft wurden hier europäische Wisente sowie schottische Hochlandrinder und halbwilde Konik-Pferde angesiedelt — großherbivore Weidegänger, die durch ihren Verbiss verhindern, dass die Dünen vollständig verbuschen.

Hochlandrind im Nationalpark

Zandvoort

Zandvoort, direkt an der Küste gelegen, ist vor allem für seine Rennstrecke Circuit Zandvoort bekannt, die bereits 1948 auf einem ehemaligen Straßenkurs durch die Dünen eröffnet wurde. Nach jahrzehntelanger Pause kehrte der Große Preis der Niederlande in der Formel 1 2021 auf den kurvenreichen, von Dünen umgebenen Kurs zurück.

Kite Surfer am Strand

IJmuiden

IJmuiden liegt an der Mündung des Nordseekanals, jener 1876 eröffneten künstlichen Wasserstraße, die Amsterdam eine direkte Verbindung zur offenen Nordsee verschafft. Die Schleusenanlage von IJmuiden zählt seit ihrer jüngsten Erweiterung zu den größten Seeschleusen der Welt und übertrifft inzwischen selbst die Schleusenkammern des Panamakanals in ihren Abmessungen. In der Umgebung finden sich zudem noch Bunkeranlagen des Atlantikwalls, jener deutschen Verteidigungslinie, die im Zweiten Weltkrieg die gesamte europäische Atlantikküste gegen eine alliierte Invasion befestigen sollte.

Alkmaar & Kaasmarkt

Alkmaar ist berühmt für seinen historischen Käsemarkt (Kaasmarkt), der an Sommerfreitagen auf dem Waagplein stattfindet. Die Tradition reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück, als Käsehändler und -träger in traditioneller Zunftkleidung den Handel mit großen Gouda-Laiben abwickelten; heute ist die zeremonielle Wiederaufführung des historischen Käsehandels vor allem eine große Touristenattraktion mit Moderation und Verkaufsständen. Die historische Altstadt selbst, durchzogen von kleinen Grachten, gehört zu den besterhaltenen Nordhollands.

Käseboot

Egmond aan Zee & Egmond aan den Hoef

Bei Egmond aan den Hoef sind noch die Grundmauern von Slot Egmond erhalten, dem einstigen Stammsitz der Grafen von Egmond, einer der bedeutendsten Adelsfamilien des mittelalterlichen Holland. Die Burg wurde 1573 während des Achtzigjährigen Krieges von spanischen Truppen zerstört und nie wiederaufgebaut. Nur wenige Kilometer weiter liegt Egmond aan Zee mit seinem breiten Sandstrand und einem markanten Leuchtturm, der bis heute die Küste bei Egmond überwacht.

Sandstrand

Bergen aan Zee & Elswout

Bergen aan Zee liegt eingebettet in das nordholländische Dünenreservat, eine wellige Landschaft aus Sanddünen, die sich über weite Strecken der Küste zieht. Auf dem Rückweg Richtung Haarlem liegt das Landgut Elswout, ein im 18. Jahrhundert angelegter Landschaftspark mit Herrenhaus und Orangerie — einer von mehreren historischen Landsitzen, die einst wohlhabende Amsterdamer Kaufleute als Sommerresidenzen vor den Toren der Stadt errichten ließen.

J.C.J. van Speijk Leuchtturm

Zwischen den großen Städten zeigt sich ein völlig anderes Holland: keine Grachten und Giebelhäuser, sondern Dünen, Wisente und eine Schleuse, die es mit dem Panamakanal aufnimmt — ein Land, das seinen Kampf mit dem Meer bis heute in jedem Deich, jeder Schleuse und jedem Windschutz sichtbar macht.

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