Hakone (箱根)

Schwefel, Seen und ein flüchtiger Fuji

Hakone (箱根)

Rund 80 km westlich von Tokio, auf durchschnittlich 700–800 m Höhe, erstreckt sich die Gebirgsregion Hakone in der Präfektur Kanagawa. Das gesamte Gebiet liegt in der Caldera eines erloschenen Vulkans — eine Landschaft, die ihre feurige Vergangenheit nie ganz verbirgt. Bekannt ist Hakone für seine heißen Quellen, den Ashinoko-See und, bei entsprechend klarem Wetter, für freie Sicht auf den Fuji. Praktisch erschlossen wird die Region durch den Hakone Free Pass, der Zug, Seilbahn, Schiff und Bus in einem Ticket bündelt — fast so, als hätte man einen eigenen kleinen Rundkurs durch den Vulkan gebucht.

Owakudani (大涌谷)

Auf rund 1.000 m Höhe liegt eines der aktivsten geothermischen Gebiete Japans, entstanden durch einen Vulkanausbruch vor etwa 3.000 Jahren. Aus dem Boden steigt permanent schwefelhaltiger Dampf auf, der Geruch nach Schwefelwasserstoff ist schon von Weitem in der Luft. Berühmt ist Owakudani vor allem für die Kuro-Tamago (黒玉子) — schwarze Eier, deren Schale sich im 80 °C heißen, schwefelreichen Dampf dunkel verfärbt. Dem Volksglauben nach verlängert jedes gegessene Ei das Leben um sieben Jahre — eine Rechnung, die zumindest zum Weiteressen einlädt.

Hakone Tozan-Bahn (箱根登山鉄道)

Eine Schmalspurbahn mit einer maximalen Steigung von 80 ‰ — eine der steilsten Adhäsionsbahnen Japans. Um die engen Serpentinen der Bergstrecke überhaupt bewältigen zu können, wechselt der Zug mehrfach die Fahrtrichtung im sogenannten Switchback-Verfahren: vorwärts hinein, rückwärts hinaus, dann wieder vorwärts weiter bergauf. Ein Prinzip, das in Europa nicht unbekannt ist, in Japan aber eine Seltenheit darstellt.

Hakone-Schrein & Torii im Wasser (箱根神社)

Am Ufer des Ashinoko-Sees liegt dieser 757 gegründete Shinto-Schrein. Sein rotes Torii-Tor, das bei entsprechendem Wasserstand scheinbar mitten im See steht, gehört zu den meistfotografierten Motiven ganz Japans — durch Social Media inzwischen weltweit bekannt, mit entsprechend langen Warteschlangen für das eine perfekte Foto.

Ashinoko-See (芦ノ湖)

Ein Kratersee auf 723 m Höhe mit einer Fläche von 6,9 km², entstanden durch eine vulkanische Blockade des Hayakawa-Flusses. Bei klarer Sicht spiegelt sich der Fuji auf der Wasseroberfläche — das klassische Postkartenmotiv der Region. Über den See verkehren die Kaizokusen, die „Piratenschiffe", und verbinden dabei Togendai, Hakone-machi und Moto-Hakone miteinander.

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