Fukuoka (福岡)
Zwei Städte, eine Stadt
Fukuoka / Hakata (福岡 / 博多)
Mit rund 1,6 Millionen Einwohnern ist Fukuoka die größte Stadt Kyūshūs und zugleich die westlichste Großstadt Japans. Der Doppelname ist kein Zufall, sondern gelebte Geschichte: Historisch waren Fukuoka, Sitz der Samurai-Verwaltung, und Hakata, die eigentliche Handelsstadt, zwei getrennte Orte. Erst 1889 wurden sie vereint — beide Namen leben bis heute nebeneinander weiter. Hakata gilt außerdem als Geburtsort zweier kulinarischer Exportschlager: des Hakata-Ramen, dünne Nudeln in cremiger Tonkotsu-Brühe, sowie der Mentaiko, gewürztem Pollockrogen.
Kushida-Schrein (櫛田神社)
Der Überlieferung nach 757 gegründet, ist dieser Shinto-Schrein den drei Schutzgottheiten Hakatas geweiht. Alljährlich im Juli ist er Ausgangspunkt des Hakata Gion Yamakasa, eines der bedeutendsten Feste Kyūshūs, bei dem Teams schwere, kunstvoll geschmückte Festwagen (Kazariyama) durch die Straßen der Stadt tragen.
Tochoji-Tempel (東長寺)
806 von Kūkai gegründet, gilt der Tochoji als erster Shingon-Tempel auf dem japanischen Festland. Hauptattraktion ist die rund 10 m hohe Fukuoka Daibutsu-Sitzstatue aus japanischer Zeder — die größte hölzerne Buddhastatue Japans. Im Sockel der Statue verbirgt sich ein begehbarer Tunnel, der symbolisch die Unterwelt darstellt: Wer ihn in völliger Dunkelheit durchquert und dabei einen Stein ertastet, soll der Legende nach Erleuchtung erlangen.
Nanzoin-Tempel (南蔵院)
Etwas außerhalb des Stadtzentrums liegt dieser buddhistische Tempel, bekannt für seine liegende Bronzestatue des Nehanzo — den Buddha im Zustand des Nirvāna. 41 m lang, 11 m hoch und rund 300 Tonnen schwer, zählt sie zu den größten Bronzestatuen der Welt. Errichtet wurde sie erst 1995 — modern in der Entstehung, aber monumental in der Wirkung.
Sumiyoshi-Schrein (住吉神社)
Der Überlieferung nach im 3. Jahrhundert gegründet, gilt dieser Schrein als ältester Shinto-Schrein Kyūshūs und möglicherweise sogar als ältester Sumiyoshi-Schrein ganz Japans. Sumiyoshi-Schreine sind den Kami des Meeres und der Seefahrt geweiht — historisch waren sie Ausgangspunkt für Überfahrten nach Korea und China, ein Ort, an dem man buchstäblich um sichere Passage bat, bevor man den Kontinent verließ.
Burg Fukuoka (福岡城跡)
1601 in der Edo-Zeit für den Daimyō Kuroda Nagamasa errichtet, war die Burg bis 1868 Residenz der herrschenden Adelsfamilie. Erhalten sind heute nur noch Mauern, Tore und Fundamentreste — der Bergfried wurde nach der Meiji-Restauration abgetragen. Das ehemalige Burggelände ist heute ein frei zugänglicher öffentlicher Park.
Ohori-Park (大濠公園)
In den 1920er Jahren auf dem Gelände des ehemaligen Burgwassergrabens angelegt — Ohori bedeutet wörtlich „großer Graben". Der zentrale See mit seinen drei durch Brücken verbundenen Inseln ist einem chinesischen Vorbild nachempfunden und wirkt dadurch fast wie ein kleines Stück Kontinent mitten in Kyūshū. Direkt angrenzend liegt das Fukuoka Museum of Art, eines der bedeutendsten Kunstmuseen der Insel.
Fukuoka Tower (福岡タワー)
Mit 234 m Höhe ist der Fukuoka Tower das höchste Küstenhochhaus Japans. Seine Fassade besteht aus 8.000 Halbspiegelscheiben, die Licht je nach Tages- und Jahreszeit unterschiedlich reflektieren — der Turm wechselt sein Gesicht, ohne sich zu bewegen. Die Aussichtsplattform auf 123 m Höhe bietet den passenden Abschluss für einen Tag, der mit einer Burgruine begann und an der Strandpromenade endet.
Blick vom Fukuoka Tower