Beppu (別府)

Dampf, Höllen und ein Berg voller Affen

Dampf über Beppu

Beppu (別府)

Küstenstadt in der Präfektur Ōita, weltbekannt für die größte Konzentration natürlicher Thermalquellen (Onsen) auf der ganzen Erde. Über 2.000 Quellen schütten hier täglich rund 130.000 m³ heißes Wasser aus — mehr als irgendwo sonst. Schon von der Bucht aus ist der aufsteigende Dampf weithin sichtbar; er hängt wie ein zweites Wetter über der Stadt und prägt das gesamte Stadtbild.

Beppu Tower (別府タワー)

Sendeturm aus dem Jahr 1957, entworfen von Tange Kenzō. Er gehört zu den sogenannten Tōwā Tawā — fünf baugleichen Türmen, die der Architekt über mehrere japanische Städte verteilt errichtete. Heute wird der Turm weniger für seine technische Funktion als für seinen Retro-Charme geschätzt.

Beppu Tower

Die Sieben Höllen von Beppu (地獄めぐり)

Die Jigoku Meguri, der „Höllenrundgang", vereint sieben geothermisch aktive Quellen, deren Temperaturen zwischen 80 und 98 °C liegen — zu heiß zum Baden, aber genau richtig zum Staunen. Ihre Namen sind Beschreibungen: jede Quelle sieht aus wie das, wonach sie heißt.

Umi Jigoku (海地獄, „Meer-Hölle")

Kobaltblaues Wasser, gefärbt durch Eisensulfat, 98 °C heiß.

Oniishibōzu Jigoku (鬼石坊主地獄, „Kahlkopf-Mönch-Hölle")

Grauer, blubbernder Schlamm, dessen runde, glänzende Blasen an die kahlrasierten Köpfe buddhistischer Mönche erinnern.

Shiraike Jigoku (白池地獄, „Weißer-Teich-Hölle")

Milchig-hellblaues Wasser, hervorgerufen durch hohe Anteile an Kieselsäure und Kochsalz, 95 °C.

Kamado Jigoku (かまど地獄, „Kocher-Hölle")

Benannt nach dem Kochfeuer, das dem Kami Ebisu geweiht war; hier finden sich mehrere Quellen in unterschiedlichen Farben und Temperaturen nebeneinander.

Oniyama Jigoku (鬼山地獄, „Teufelsberg-Hölle")

Die wohl überraschendste der sieben: Heimat von rund 70 Krokodilen, die seit 1923 mit der natürlichen Wärme der Quellen gezüchtet werden.

Chinoike Jigoku (血の池地獄, „Blutteich-Hölle")

Rötliches Wasser, gefärbt durch Eisenoxid im Schlamm. Mit über 1.300 Jahren Geschichte eine der ältesten dokumentierten geothermischen Attraktionen Japans überhaupt.

Tatsumaki Jigoku (竜巻地獄, „Tornado-Hölle")

Ein periodisch ausbrechender Geysir, alle 30 bis 40 Minuten für jeweils 6 bis 10 Minuten aktiv. Ein Felsüberbau begrenzt die Fontäne künstlich — ohne ihn würde das Wasser bis zu 50 Meter hoch schießen.

Jigoku-Mushi (地獄蒸し)

Beppus traditionelle Garmethode nutzt genau diese geothermische Energie: Speisen werden über dem natürlichen Schwefeldampf der Quellen gegart — ganz ohne Wasser. Gemüse, Meeresfrüchte, Tofu und Eier entstehen so, direkt über der Erde, die hier nie ganz zur Ruhe kommt.

Affenpark Takasakiyama

Takasakiyama Naturzoo (高崎山自然動物園)

Am Hang des Mount Takasakiyama gelegener Freigehege-Park, 1952 eröffnet — aus einer denkbar pragmatischen Idee heraus: Wilde Japanmakaken (Macaca fuscata) plünderten damals regelmäßig die umliegenden Felder. Durch gezielte Fütterung sollten sie vom Berg ferngehalten und die Ernten geschützt werden.

Heute leben über 1.000 Tiere in zwei Gruppen, die sich das Areal nach eigenem, unausgesprochenem Muster aufteilen. Die Makaken kommen selbstständig zum Fütterungsplatz und ziehen sich danach wieder in den freien Wald zurück — kein Zaun, kein Zwang, nur eine über Jahrzehnte eingespielte Routine zwischen Tier und Ort.

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