Florida
Manatis, Art déco und das Grasmeer der Everglades
Der letzte Abschnitt der Ostküstenreise führt durch Florida: vorbei an einem Winterquartier für Seekühe, durch das weltberühmte Art-déco-Viertel Miami Beachs und schließlich mitten hinein ins größte subtropische Feuchtgebiet der USA.
Blue Spring State Park
Der Blue Spring State Park bei Orange City schützt eine der bedeutendsten natürlichen Quellen Floridas, die im Winter als wärmeres Rückzugsgebiet für Rundschwanzseekühe (Manatis) dient. Die sanften, aufgrund ihrer Trägheit auch als „Seekühe" bezeichneten Meeressäuger werden zum Schutz vor Bootsunfällen häufig mit GPS-Sendern versehen, um ihre Bewegungen nachvollziehen zu können.
Cocoa Beach
Cocoa Beach liegt nur wenige Kilometer südlich des Kennedy Space Center und ist als eines der Zentren der amerikanischen Surfkultur bekannt — nicht zuletzt wegen des Ron Jon Surf Shop, der mit seiner Fläche als einer der größten Surfshops der Welt gilt.
Miami: Wynwood & Little Havana
Das Viertel Wynwood in Miami hat sich in den letzten Jahrzehnten von einem ehemaligen Industriegebiet zu einem der bekanntesten Zentren für Street Art in den USA entwickelt, mit großflächigen Wandgemälden internationaler Künstler. Little Havana wiederum ist das kulturelle Zentrum der kubanisch-amerikanischen Gemeinde Miamis, geprägt von kubanischer Musik, Küche und der bis heute lebendigen Erinnerung an die kubanische Emigration seit den 1960er Jahren.
Miami Beach & Art déco
Miami Beach beherbergt mit seinem Art-déco-Historic-District die weltweit größte zusammenhängende Ansammlung von Art-déco-Architektur — mehrere hundert Gebäude, die überwiegend in den 1930er Jahren errichtet wurden. Der Ocean Drive entlang dieses Viertels zählt zu den bekanntesten Straßenzügen Floridas, geprägt von Pastellfarben, geschwungenen Fassaden und dem entsprechend lebhaften Strandleben davor.
Everglades National Park
Der Everglades National Park schützt die größte subtropische Wildnis der USA — ein ausgedehntes, flaches Feuchtgebiet, das oft als „Grasfluss" (River of Grass) beschrieben wird, da das Wasser hier extrem langsam über weite Grasflächen Richtung Golf von Mexiko fließt. Seit 1979 zählt der Park zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist zugleich als Biosphärenreservat anerkannt. Kurze Wanderwege wie der Anhinga Trail, bekannt für zahlreiche Alligatorsichtungen, oder der Gumbo-Limbo-Trail mit seinen charakteristisch rot-schälenden Bäumen erschließen die unterschiedlichen Ökosysteme des Parks, von Kiefernwäldern über Mangrovensümpfe bis zu offenen Sägegraswiesen. Motorisierte Airboat-Touren durch die flachen Gewässer zählen zu den beliebtesten Möglichkeiten, die Landschaft aus nächster Nähe zu erleben.
Florida beschließt die Reise mit einem ungewöhnlichen Kontrastprogramm: trägen Seekühen in einer Quelle, einem ganzen Stadtviertel im Art-déco-Kleid und einem endlosen Grasmeer, in dem sich Alligatoren so selbstverständlich bewegen wie anderswo Enten in einem Stadtpark.