Bratislava

Altstadtgassen, eine Burg und ein UFO über der Donau

Ein Tagesausflug in die kleinste, aber keineswegs unspektakulärste Hauptstadt Mitteleuropas: Bratislava verbindet mittelalterliche Altstadtgassen mit sozialistischer Nachkriegsarchitektur und einer Burg, die weithin über die Donau wacht.

Altstadt: Marktplatz, Rathaus & Blaue Kirche

Der Hauptplatz (Hlavné námestie) bildet das historische Zentrum der Bratislavaer Altstadt und wird von bunten Bürgerhäusern sowie dem Alten Rathaus gesäumt, dessen ältester Kern bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht — damit gilt es als eines der ältesten Rathäuser Mitteleuropas. Unweit davon liegt die Slowakische Nationaloper, deren heutiges Gebäude ursprünglich 1886 als Stadttheater errichtet wurde.

Am Rand der Altstadt liegt die Kirche der heiligen Elisabeth, weithin bekannt als „Blaue Kirche" (Modrý kostolík): ein 1913 im ungarischen Jugendstil errichteter Sakralbau, dessen komplett in Pastellblau gehaltene Fassade und Innenausstattung ihr den volkstümlichen Namen einbrachten. Die Kirche ist der ungarischen Königstochter Elisabeth von Thüringen gewidmet, die im nahen Pressburg (dem historischen deutschen Namen Bratislavas) aufwuchs.

Kirche der heiligen Elisabeth (Modrý kostolík)

UFO-Aussichtsturm

Über die Most SNP, die „Brücke des Slowakischen Nationalaufstands", führt der Weg zum UFO, einer 1972 fertiggestellten Aussichtsplattform samt Restaurant, die auf einem einzelnen, schräg aufragenden Pylon über der Donau thront. Der Bau, ursprünglich unter dem Namen „Bratislava-Brückenrestaurant" errichtet, sollte als futuristisches Symbol des sozialistischen Fortschritts dienen; sein heutiger Spitzname verweist unübersehbar auf die ungewöhnliche Form der Aussichtsscheibe. Ein Aufzug führt in wenigen Sekunden hinauf zur Plattform mit freiem Blick über die Altstadt, die Burg und die umliegende Donauebene bis nach Österreich.

„Bratislava-Brückenrestaurant"

Burg Bratislava (Pressburg)

Hoch über der Altstadt erhebt sich die Burg Bratislava, deren Ursprünge bis in die Zeit des Großmährischen Reichs im 9. Jahrhundert zurückreichen. Die heutige, weithin sichtbare quadratische Form mit vier Ecktürmen erhielt die Burg im 15. und 16. Jahrhundert; nach einem verheerenden Brand 1811 blieb sie über 150 Jahre lang eine Ruine, bevor sie in den 1950er bis 1960er Jahren wieder aufgebaut wurde. Vom Burghügel und dem angeschlossenen historischen Garten aus reicht der Blick weit über die Altstadt, die Donau und den Grenzraum zu Österreich und Ungarn.

Pressburg

Alte Stadtmauer

Auf dem Rückweg in die Altstadt sind noch Reste der mittelalterlichen Stadtbefestigung erhalten, die Bratislava einst gegen osmanische Belagerungen schützen sollte — Pressburg diente von 1536 bis 1783 sogar als Krönungsstadt der ungarischen Könige, nachdem Ofen (Budapest) durch die Osmanen erobert worden war.

Slowakischer Rundfunk

Zum Abschluss führt der Weg zum Gebäude des Slowakischen Rundfunks, einem 1983 fertiggestellten, markant auf dem Kopf stehenden Pyramidenbau. Der ungewöhnliche Betonbau zählt zu den bekanntesten Beispielen sozialistischer Nachkriegsarchitektur der Slowakei und wird regelmäßig in internationalen Rankings ungewöhnlicher Bauwerke aufgeführt.

Slowakischer Rundfunk

Bratislava lässt sich an einem einzigen Tag erstaunlich vollständig erleben: eine Krönungsburg, eine sozialistische Aussichtsplattform in Form eines UFOs und eine auf dem Kopf stehende Betonpyramide — alles innerhalb weniger Gehminuten voneinander entfernt.

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