Hiroshima (広島)
Erinnerung und Wiederaufbau
Hiroshima (広島)
Am 6. August 1945 wurde Hiroshima, eine Stadt an der Südküste Honshūs, zum Ziel des ersten im Kriegseinsatz eingesetzten Atombombenangriffs der Geschichte. Die Explosion der Bombe „Little Boy" in rund 600 m Höhe über der Stadt tötete schätzungsweise 70.000 bis 80.000 Menschen unmittelbar; bis Ende desselben Jahres starben durch Strahlenschäden insgesamt zwischen 90.000 und 166.000 Menschen. Hiroshima wurde nach dem Krieg vollständig wiederaufgebaut und ist heute eine lebendige Großstadt mit rund 1,2 Millionen Einwohnern — ein Ort, an dem Geschichte und Gegenwart auf besonders eindringliche Weise nebeneinanderstehen.
Burg Hiroshima (広島城)
1593 von Mōri Terumoto errichtet, zählt die Burg zu den wenigen hirajiro Japans — Burgen, die auf ebenem Terrain statt auf einem Berg erbaut wurden. Wegen des Karpfens auf ihrem Wappen wird sie auch Rijō (鯉城, „Karpfenburg") genannt. Der Atombombenabwurf zerstörte die Burg 1945 vollständig; der heutige Betonbau von 1958 ist eine historisch getreue Rekonstruktion und beherbergt heute ein Museum zur Stadtgeschichte.
Die “Karpfenburg”
Friedensgedenkpark (平和記念公園)
Angelegt auf dem Gelände des ehemaligen Stadtzentrums, unmittelbar am Hypozentrum des Bombenabwurfs. Im Zentrum des Parks steht das Kenotaph für die Atombombenopfer — seine geschwungene Steinform symbolisiert einen Vulkankrater, und durch seinen Bogen bleibt der Blick auf die Genbaku-Kuppel, die Atombombenkuppel, bewusst freigehalten. Diese Kuppel ist das einzige erhaltene Gebäude in unmittelbarer Nähe des Hypozentrums und steht seit 1996 auf der UNESCO-Welterbeliste.
Friedensmuseum (広島平和記念資料館)
1955 eröffnet, dokumentiert das Museum mit Originalexponaten, Zeitzeugenberichten und historischen Dokumenten den Atombombenabwurf und seine Folgen. Zu den Exponaten zählen verbrannte Kleidungsstücke, Schattenabdrücke verdampfter Menschen und persönliche Gegenstände identifizierter Opfer. Das Museum ordnet die Ereignisse auch historisch ein und thematisiert die strategischen Überlegungen, die zur Auswahl von Hiroshima und Nagasaki als Ziele führten.
Okonomiyaki (お好み焼き)
Nach so viel Geschichte ein bewusst leichteres Kapitel: der herzhafte Grillpfannkuchen Okonomiyaki. Die Hiroshima-Variante unterscheidet sich deutlich von der Osaka-Version durch ihre Zubereitung — Teig, Kohl, Schweinefleisch, Yakisoba-Nudeln und Ei werden hier Schicht für Schicht übereinandergelegt statt vermengt. Im Okonomimura, dem „Okonomiyaki-Dorf", finden sich auf mehreren Stockwerken Dutzende Restaurants, die sich ganz dieser einen Spezialität verschrieben haben.